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Was ist der Unterschied zwischen LED-Neon und echtem Glasneon?

3 Min. Lesezeit

Wie unterscheiden sich die beiden Techniken?

Der Unterschied ist grundlegend, nicht graduell. Glasneon erzeugt Licht durch Gasentladung: In einer von Hand gebogenen Glasröhre wird Neon oder Argon unter Hochspannung zum Leuchten gebracht, typischerweise bei 3.000 bis 15.000 Volt. LED-Neonflex ist ein Silikonschlauch mit einer LED-Kette im Inneren, betrieben mit 12 oder 24 Volt Gleichspannung.

LED-NeonflexGlasneon
Leistungsaufnahme60 – 140 W300 – 700 W
Stromkosten pro Monat, 12 h täglich6 – 15 €32 – 76 €
Betriebsspannung12 oder 24 V3.000 – 15.000 V
Lebensdauerca. 50.000 hca. 10.000 – 30.000 h
Bruchverhaltenbiegsam, bruchsicherGlas, splittert
Gewichtgeringhoch, aufwendigere Befestigung
ReparaturSegment tauschbarRöhre muss neu gebogen werden
Schutzart außenIP65 serienmäßig möglichaufwendige Kapselung nötig
Dimmbarja, einfachnur mit Sonderaufwand
Lichtcharaktergleichmäßigleicht ungleichmäßig, wärmer
Gegenüberstellung bei einem vergleichbaren Motiv von etwa 4 m Breite

Warum ist der Stromverbrauch so unterschiedlich?

Bei der Gasentladung geht ein großer Teil der eingesetzten Energie als Wärme verloren, und der Hochspannungstrafo hat selbst eine Verlustleistung, die auch dann anfällt, wenn das Schild nur schwach leuchtet. LEDs wandeln einen deutlich höheren Anteil der Leistung in Licht um.

Über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren summiert sich das. Bei einem vier Meter breiten Schild und zwölf Betriebsstunden täglich liegt der Unterschied bei rund 3.000 bis 7.000 Euro Stromkosten – abhängig vom Arbeitspreis. Das ist in der Regel mehr, als der Preisunterschied bei der Anschaffung beträgt.

Wann ist echtes Glasneon die richtige Wahl?

Es gibt Fälle, in denen LED die schlechtere Wahl ist, und es wäre unredlich, sie zu verschweigen.

  • Wenn genau die Glasneon-Anmutung das Ziel ist: Die leichte Ungleichmäßigkeit der Gasentladung, das Glühen der Elektroden, die Tiefe der Farbe. Das lässt sich mit LED annähern, aber ein geübtes Auge sieht den Unterschied.
  • Bei Denkmalschutzauflagen, die historische Technik oder die Wiederherstellung einer originalen Anlage verlangen.
  • Bei Restaurierungen: Wenn eine bestehende Glasneonanlage ergänzt wird, passt LED daneben farblich meist nicht.
  • Bei sehr dünnen Linien: Glasröhren gibt es ab etwa 8 mm Durchmesser, LED-Neonflex beginnt bei rund 6 mm Breite – aber nur der Schlauch, nicht die Lichtlinie. Für feine kalligrafische Motive kann Glas die genauere Wiedergabe liefern.

Welche Einschränkung hat LED-Neon in der Gestaltung?

Eine, die vor dem Entwurf wichtig ist: LED-Neonflex ist maximal zwei bis drei Zentimeter breit. Das begrenzt, welche Schriften sich als gefüllte Buchstaben bauen lassen.

Bei schlanken und mittelstarken Schriften folgt die Röhre der Mittellinie des Buchstabens – der Buchstabe wirkt gefüllt. Bei kräftigen und fetten Schriften ist der Strich breiter als die Röhre. Dort wird der Umriss nachgezeichnet, der Buchstabe bleibt innen offen. Das ist keine Stilentscheidung, sondern folgt aus der Schrift.

  • Schreibschriften und leichte Grotesken: gefüllt darstellbar
  • Fette Display-Schriften: nur als Konturschrift
  • Sehr feine Serifen unter 2 cm Strichstärke: nicht abbildbar, die Röhre wäre breiter als der Buchstabenstrich

Praktisch heißt das: Bei der Schriftwahl steht früh fest, ob das Ergebnis gefüllt oder als Kontur aussieht. Im Konfigurator ist das je Schrift hinterlegt, damit die Vorschau nicht etwas zeigt, was sich nicht bauen lässt.

Weitere Fragen dazu

Ist LED-Neon dasselbe wie ein LED-Streifen?
Nein. Ein LED-Streifen ist eine flache Platine mit sichtbaren einzelnen Punkten. LED-Neonflex ist ein Silikonschlauch mit diffusem Mantel, der eine durchgehende Lichtlinie erzeugt – deshalb sieht er wie eine Röhre aus und nicht wie eine Kette.
Wird LED-Neon heiß?
Nein, nur handwarm. Das ist ein praktischer Vorteil im Innenbereich und der Grund, warum die Schilder auf Holz oder in Sitznischen montiert werden können. Glasneon wird deutlich wärmer.
Kann man LED-Neon in Farbe wechseln lassen?
Ja, mit RGB-Ausführung und Steuerung per Fernbedienung oder App. Das ist bei Glasneon technisch nicht möglich, weil dort die Farbe durch das Füllgas und die Röhrenbeschichtung festgelegt ist.
Hält LED-Neon draußen im Winter?
Ja, in IP65-Ausführung mit versiegelten Enden und Außennetzteil. Der Silikonmantel bleibt bei Frost biegsam. Kritisch sind nicht Kälte oder Regen, sondern die Kabeldurchführung und das Netzteil – dort scheitern günstige Schilder.

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